Dr. Carmen Dütsch & Oliver Sablowski: Traditionelle Chinesische Medizin, Akupunktur, QiGong u.v.m.

Weniger Stress und besserer Schlaf durch Ohrakupunktur

Postoperative 
Übelkeit und Erbrechen

Nichtmedikamentöse Schmerztherapie

Akupunktur – bedingt delegationsfähig

22.01.2021

NICE-Guideline empfiehlt Akupunktur 

bei chronischen Schmerzen

Das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) aus dem Vereinigten Königreich genießt international hohes Ansehen für seine Guidelines, die  die Richtschnur für die Finanzierung von Gesundheitsleistungen durch den National Health Service  (NHS) bilden. Neben der Beurteilung der Wirksamkeit hat das Institut auch den Aspekt Wirtschaftlichkeit im Blickfeld. Im August 2020 legte das Institut einen Entwurf zur Behandlung chronischer Schmerzen vor, einschließlich Kopfschmerzen, unterer Rückenschmerzen und Ischialgie, Schmerzen bei rheumatoider Arthritis, Spondyloarthritis, Endometriose und Reizdarm.

Akupunktur

Für Akupunktur nach einen traditionell chinesischen oder westlichen Akupunkturmodell (Ohrakupunktur) wird unter folgenden Bedingungen eine Empfehlung ausgesprochen:

dass diese Therapie auf Gemeindeebene durchgeführt wird

Dass sie von Gesundheitsmitarbeitern auf „band-7“ -Niveau oder geringerer (!) Qualifikation durchgeführt wird (zur Erklärung: Bei nichtärztlichen UK-Gesundheitsmitarbeitern werden 9 „bands“ unterschieden, vom einfachen Hilfspersonal bis zur Oberin. Ein „band-7“ Niveau entspricht einer spezialisierten Krankenschwester/pfleger.

Dass sie insgesamt nicht mehr als 5 Arbeitsstunden der Gesundheitsmitarbeiter beansprucht, wobei Anzahl und Dauer der Sitzungen innerhalb dieser Spanne gestaltet werden können.

Als Gründe für diese Empfehlung führt das Institut an, dass insgesamt 27 Studien einen Kurzzeiteffekt der Akupunktur bzgl. Schmerzreduktion und Lebensqualitätsverbesserung gezeigt hätten.

Kommentar

Zum ersten Mal wird in der Leitlinie einer allgemeinen anerkannten Institution Akupunktur bei chronischen Schmerzen direkt empfohlen, zumindest im jetzt vorliegenden Entwurfsstadium.

Die deutsche Nationale Versorgungsleitlinie „Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“ von 2017 sprach für Akupunktur eine Kann-Empfehlung aus: „Die Autoren der Leitlinie sehen die Akupunktur nur dann als Mittel zur kurzfristigen Schmerzlinderung, wenn stärker empfohlene Maßnahmen (medikamentöse Therapie, körperliche Aktivität etc.) keinen Therapieerfolg gezeigt haben.“

Es bleibt spannend, ob sich die Empfehlungen des Guideline-Entwurfs in der endgültigen Fassung wiederfinden.